14.11.2015 - Mit einer desolaten Leistung im zweiten Spielabschnitt handelten sich die Bezirksoberligahandballer der HSG München-West eine deftige Niederlage bei der zweiten Mannschaft des TSV Unterhaching ein. Dabei sah es für die HSG-ler nach fünfundzwanzig gespielten Minuten richtig gut aus. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase übernahmen zwar die Hausherren etwas mehr das Kommando und gingen nach einem 4:4 Zwischenstand mit 7:4 in Führung, doch die HSG ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, festigte sich in Abwehr und Angriff und ließ einen Zwischenspurt zur eigen 12:10 Führung folgen. Leider führten drei Ballverluste in den bis zur Halbzeitpause verbleibenden vier Spielminuten noch zur unerwarteten 14:12 Führung der Gastgeber. Diese kamen nach dem Seitenwechsel auch sofort besser in Schwung und bauten den Vorsprung über 17:14, 18:13 beim 20:14 auf sechs Tore aus. Die HSG verkürzte auf 16:20 und war zumindest ein wenig in Sichtweite. Anschließend ließen die Gäste jedoch jegliches taktisches Geschick vermissen und gingen am Ende mit 18:28 ergebnistechnisch noch richtig baden.

Aufstellung HSG München-West:

Wolfgang Wolter (Tor); Philipp Lemke (n.e.); Tobias Längin (2); Johannes Kunz (1); Clemens Hannig (2); Michael Zanzinger (n.e.); Richard Schiller (3); Lutz Albersmeier (5/1); Stephan Engel (1); Tobias Volk (4); Martin Reuter; Mathias Auer; Christian Einsele

 

31.10.2015 - Auch im fünften Saisonspiel vermochten die Handballherren der HSG München-West nicht, den Bock umzustoßen und den ersten Sieg einzufahren. Dabei ließ sich in den ersten dreißig Spielminuten beim FC Bayern München alles sehr gut an. Eine gut funktionierende, offensiv ausgerichtete Abwehr mit einem starken Wolfgang Wolter im Tor und ein bewegliches und druckvolles Angriffsspiel sorgten im ersten Spielabschnitt aus HSG-Sicht für klare Verhältnisse und eine 14:8 Halbzeitführung. Und bis zum 16:11 gab aus auf Gästeseite auch weiterhin keinen Anlass für besorgte Minen. Was allerdings in den darauffolgenden Spielminuten passierte, ließ das HSG-Team noch lange nach Spielschluss rätseln. Mit einem 7:0 Lauf innerhalb weniger Minuten drehten die Hausherren des FC Bayern das Spiel komplett zu ihren Gunsten und gingen ihrerseits mit 18:16 in Führung. Bei den Gästen aus dem Münchener Westen lief in der Folgezeit in Angriff und Abwehr so gut wie gar nichts mehr zusammen, sodass die Gastgeber ihren Vorsprung gar weiter ausbauten, spielentscheidend bis auf 23:18 enteilten und schlussendlich doch noch einen ungefährdeten 24:20 Heimsieg einfuhren.
Aufstellung HSG München-West: Wolfgang Wolter (Tor); Dominik Steinseifer (n.e.); Tobias Längin (1); Clemens Hannig (5); Michael Zanzinger; Richard Schiller (2); Lutz Albersmeier (6/2); Martin Reuter; Stephan Engel ; Tobias Volk; Markus Einsele (5); Matthias Auer (1)
FC Bayern München - HSG München-West    24:20  (8:14)

   

16.10.2015 - Von Ralf Tögel

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).

Holger Winselmann hat 234 Mal für die Nationalmannschaft gespielt, war WM-Dritter, fünfmal Meister in der DDR. Ein Schicksalsschlag hat ihn vor zwei Jahren nach Bayern geführt, jetzt trainiert er die HSG München-West - in der Bezirksoberliga

Aus Spaß? Handball-Trainer in München, in der Bezirksoberliga? Als zigfacher Nationalspieler, WM-Bronzemedaillengewinner, A-Lizenz-Inhaber zur HSG München-West? Holger Winselmann muss selbst kurz lachen, dann überlegt er und sagt: "Ja. Der Spaß und die Freude als Trainer zu arbeiten, das war der Antrieb. Da spielt die Liga erst mal keine Rolle."

Diese Aussage passt zu Holger Winselmann, der ja eine durchaus beeindruckende Vita vorweisen kann. Beim SC Magdeburg hat er große Erfolge gefeiert, vier Meisterschaften, damals noch in der DDR, einen Pokalsieg. Und in der Nationalmannschaft. 234 Einsätze, Rang neun in der ewigen Bestenliste, erst für die DDR, nach der Wiedervereinigung für Deutschland, zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1995. Der 1,73 Meter kleine Rechtsaußen hatte seine Karriere in der deutschen Auswahl eigentlich schon beendet, doch der damalige Bundestrainer Arno Ehret holte Winselmann zurück. Wegen seiner immensen Erfahrung - und wegen seiner Klasse.

"Sportlich gesehen war das ein Riesen-Highlight", erinnert sich der 51-Jährige, "leider nicht mit dem erhofften Happy End." Sieben Spiele in Serie hatte die deutsche Auswahl in Island gewonnen, ausgerechnet im Halbfinale setzte es die erste Niederlage, 20:22 gegen die Franzosen, mit dem grandiosen Jackson Richardson. In der Gruppenphase hatten Winselmann und Kollegen den späteren Weltmeister noch düpiert. Im Spiel um Platz drei gegen die großen alten Schweden, die Generation um Magnus Wislander, Staffan Olsson und Stefan Lövgren, war die Luft raus, "aber das war schon ein richtig schönes Turnier", erinnert sich Winselmann.

Schöne Erinnerungen. Der sportliche Alltag ist grau. Holger Winselmann sitzt entspannt vor einer Tasse Kaffee, schwarz, keine Milch, viel Zucker. Er kann sich das leisten, der 51-Jährige ist noch gut in Form, kein Gramm Fett. Winselmann wird selten erkannt, erzählt er, eigentlich nie, doch das ist ihm auch nicht wichtig. Er ist kein Lautsprecher. Der gebürtige Magdeburger ist zurückhaltend, spricht leise, wirkt manchmal fast schüchtern. Kürzlich, so erzählt er, beim ersten Spiel mit seiner neuen Mannschaft beim ESV Laim, hat ihn der Präsident des Gastgebers in der Halle groß angekündigt. Den ehemaligen Nationalspieler, den WM-Dritten. Ein bisschen hat ihn das schon stolz gemacht, "das kommt sonst nie vor". 20:30 hat die HSG München-West dann verloren, das war weniger erfreulich, aber "keine dramatische Sache", schließlich ist man Aufsteiger, Laim war im Vorjahr Dritter. Dass Winselmann in Bayern gelandet ist, ist Zufall.

Für die HSG ist es ein Glücksfall. Erst sah alles nach der typischen Karriere eines Ex-Profis aus. Nach seiner aktiven Zeit übernahm Winselmann für einige Jahre das Amt des Lehrreferenten im Handball-Verband Niedersachsen, ehe er sich dem Trainerdasein widmete und durch die Lande zog. 2003 führte ihn dieser Weg erstmals nach Bayern zum TSV Friedberg, wo er Spielertrainer war und seine Lebensgefährtin kennenlernte. Der Vertrag wurde nicht verlängert, es ging zurück in den Osten zum Regionalligisten Oranienburger HC, später zum Dresdner Oberligisten HC Elbflorenz, wo er dann auch Nachwuchskoordinator war. Der Antrieb für seinen endgültigen Umzug nach Bayern war ein denkbar unschöner. Vor eineinhalb Jahren erkrankte seine Partnerin schwer. Der studierte Sportwissenschaftler zog nach jahrelanger Fernbeziehung nach Gersthofen bei Augsburg, um sich ein Jahr um seine Lebensgefährtin zu kümmern. "Plötzlich war Handball völlige Nebensache", sagt er. Jetzt geht es seiner Partnerin wieder besser, "sie arbeitet auch wieder". Winselmann selbst hat eine Anstellung als Sportlehrer in einer ambulanten Reha-Einrichtung in Augsburg angenommen. Den Wunsch, als Trainer zu arbeiten, hat er aber nie ganz verloren. Erst heuerte er beim TSV Gersthofen in der Bezirksoberliga an, das war naheliegend. "Wir sind in die Bezirksliga abgestiegen, keine gute Reputation", er lacht und nimmt einen großen Schluck aus der Kaffeetasse.

Natürlich wäre er gerne höherklassig eingestiegen, er hat sich auch erkundigt, doch Drittligist Fürstenfeldbruck hat in Martin Wild einen guten Trainer, "die sind sehr zufrieden". Bayernligist Friedberg sucht mit dem ehemaligen Profi Manuel Vilchez-Moreno als Coach eine Neuausrichtung. Das war es schon mit hochklassigem Handball in der Region Südbayern. Also die HSG München-West. Die hat sich um den prominenten Trainer bemüht, ihn auch mit einem guten Jugendkonzept überzeugt. Die Bezirksoberliga ist dennoch ein harter Einschnitt für einen ehemaligen Profi, Winselmann muss jetzt in Amateurkategorien denken. "Es macht Spaß", sagt er, außerdem "habe ich mich ja in Gersthofen akklimatisieren können."

Dennoch: Das ist eine andere Welt, eine weitgehend unbekannte für Winselmann, er sagt: "Es ist schwierig, sich als das absolut letzte Glied der Kette zu fühlen. Was man ja auch ist, weil Beruf, Familie und andere Sachen vorgehen." Die Spieler würden ihm "sehr klar zu verstehen geben, dass Handball ihr Hobby ist". Da müssen Trainings schon mal mit einer Handvoll Akteure überstanden werden. Die Vorbereitung? Winselmann muss grinsen: "Ich habe nicht ein Vorbereitungsspiel in derselben Aufstellung spielen können." Er sei "auf die Bereitschaft der Spieler angewiesen", betont er. Auch im ersten Saisonspiel musste er sich etwas einfallen lassen, weil wichtige Spieler fehlten. Aber es ist in Ordnung, findet Winselmann, "man weiß ja, worauf man sich einlässt". Er denke eher perspektivisch. Ziele? Der Klassenerhalt, natürlich, und vielleicht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für die Männermannschaft zu entwickeln.

Die A-, B- und C-Jugend waren schließlich drei Argumente für den Wechsel von Gersthofen nach München. Winselmann spricht oft von Konstanz, wohl das Hauptproblem im Amateurbereich, in dem Improvisation gefordert ist. Vor einer Woche spielte die HSG West 28:28 gegen Trudering, nach einer tollen Aufholjagd, ein erster kleiner Erfolg, Trudering ist Landesliga-Absteiger. An diesem Samstag muss die HSG beim SB Chiemgau Traunstein antreten, der sich im Vorbericht auf seiner Homepage auf ein enges Spiel einstellt.

Vom neuen prominenten Trainer des Gegners: kein Wort.

24.10.2015 - In ihrem vierten Saisonspiel musste die 1. Herrenmannschaft der HSG München-West nach tollem Kampf zuhause gegen den TuS Prien mit 23:27 die zweite Saisonniederlage hinnehmen. Mit dem Fehlen von fünf Stammkräften (darunter den zwei etatmäßigen Mittelspielern), dem Einsatz von drei gesundheitlich angeschlagenen Spielern, dem Debütanten dieser Saison David Schön und dem A-Jugendtorwart Phillip Lemke ging die gastgebende HSG München-West allerdings mit alles andere als günstigen Voraussetzungen in diese Begegnung. Und so war die Verunsicherung der HSG-Spieler in den ersten Spielminuten in Angriff und Abwehr deutlich erkennbar. Diese nutzten die hoch motivierten Gäste konsequent aus, um deutlich mit 7:1 in Führung zu gehen. Nach und nach kamen die Münchener zwar etwas besser ins Spiel, ohne den Prienern anfänglich jedoch ernsthaft Paroli bieten zu können. Nach einigen personellen Umstellungen und einem enormen kämpferischen Aufbegehren der Gastgeber änderte sich die allerdings. Aus einem zwischenzeitlichen 5:10 Rückstand machten die Münchener eine 12:11 Führung, die sie allerdings nicht bis zum Halbzeitpfiff behaupten konnten. Die Gäste aus Prien fingen sich nach einer Auszeit wieder und konnten sich nach dem enormen Kraftakt der Gastgeber eine 15:13 Halbzeitführung erspielen. Der Spielverlauf der zweiten Spielhälfte glich anschließend dem der ersten. Die Gäste dominierten die Anfangsphase und setzten sich beim 19:14 bis auf fünf Tore ab. Den Münchenern gelang es erneut, ins Spiel zurückzukommen und beim 21:21 den Ausgleich zu erzielen. Die physischen Kräfte und somit auch die psychischen schwanden bei den Gastgebern abermals, sodass die Priener einen letztendlich verdienten, aufgrund der personellen Situation bei der HSG München-West jedoch auch verständlichen Auswärtserfolg feiern konnten. Leider hat sich Jiri ziemlich schwer an der Muskulatur des Oberkörpers veletzt. Wir wünschen gute Besserung!

Aufstellung HSG München-West:

Wolfgang Wolter ; Phililip Lemke (beide Tor); David Schön (1); Michael Zanzinger; Richard Schiller (5); Lutz Albersmeier (9/5); Jonas Schöneberg (1); Stephan Engel (4); Martin Reuter; Markus Einsele (3); Matthias Auer; Jiri Rakusan

HSG München-West – TuS Prien   23:27  (13:15)

 

 

17.10.2015 - Mit einem verdienten Auswärtspunkt traten die Herren der HSG München-West am vergangen Samstagabend die Heimreise aus Traunstein an, und das nach einem Spiel, welches einen kuriosen Spielverlauf zeichnete. Nach einem furiosen 3:0 Start zeigten sich die Münchener beim Landesligaabsteiger bis zum 9:7 überwiegend spielbestimmend, versäumten es allerdings, ihre spielerische Überlegenheit auch ergebnistechnisch zu besiegeln. So kamen die Traunsteiner gegen Ende der ersten Spielhälfte besser ins Spiel und gingen ihrerseits mit einer 13:12 Führung in die Halbzeitpause. Nach Wiederanpfiff waren insbesondere die Münchener nicht wiederzuerkennen. Überhastete Angriffsabschlüsse, technische Fehler und eine völlig überforderte Abwehr ließen die Gastgeber bis zur 43. Spielminute auf 21:14 enteilen, und niemand in der Traunsteiner Sporthalle konnte sich zu diesem Zeitpunkt alles andere als einen Sieg der Heimmannschaft vorstellen. Schon gar nicht den nach einer Auszeit der Münchener stattfindenden 9:0-Lauf der Gäste und deren plötzliche 23:21 Führung. Doch unterstützt von einer 2-Minuten-Strafe der HSG fanden die Hausherren erneut zurück ins Spiel und zum 23:23 Ausgleich. Als zehn Sekunden vor Spielende den Gästen der Führungstreffer zum 24:23 gelang, schien die Partie wiederum zu ihren Gunsten entschieden. Aber erneut falsch gedacht. Mit dem letzten schnell vorgetragenen Angriff und begünstigt von der Unachtsamkeit der HSG Spieler erkämpften sich die Traunsteiner in buchstäblich letzter Sekunde einen Strafwurf, den sie dann auch zum durchaus verdienten 24:24 Unentschieden nutzten.
Aufstellung HSG München-West: Wolfgang Wolter ; Dominik Steinseifer (beide Tor); Tobias Längin (3); Felix Becker ; Clemens Hannig; Michael Zanzinger (n.e.); Richard Schiller (2); Lutz Albersmeier (8/4); Stephan Engel; Martin Reuter (2); Markus Einsele (2); Matthias Auer (3) Jiri Rakusan (4); Christian Einsele (n.e.)
SB Chiemgau Traunstein - HSG München-West    24:24  (13:12)

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