Um vor einem (zwar unwahrscheinlichen aber durchaus möglichen) vierten Abstiegsplatz sicher zu sein, mussten die ersten Herren der HSG München West noch drei Punkte aus den verbleibenden drei Spielen holen. Das Restprogramm darf dabei als durchaus schwer eingeordnet werden: Ismaning, Forstenried und Blumenau heißen die verbliebenden Gegner der HSG. Um beim Tabellenführer Forstenried nicht dringend punkten zu müssen, sollten bereits im Heimspiel gegen den Tabellenfünften Ismaning erste Zähler eingefahren werden. Zu Beginn des Spiels zeigte sich vor allem die Abwehr der HSG hochkonzentriert. Auch weil die Außen aus dem Spiel genommen wurden, konnten die Ismaninger nicht ihr gewohntes Spiel aufziehen und versuchten sich häufig in Eins-gegen-Eins-Situationen. Zwar hat der TSV durchaus starke Einzelkönner, durch konsequentes Aushelfen auf Seiten der HSG konnten diese Kreise eingeschränkt werden. Vor allem in den ersten 15 Minuten konnte sich München West aus der starken Abwehr heraus eine zwei Tore Führung erarbeiten. Gegen Ende der ersten Hälfte gestaltete sich das Spiel allerdings wieder ausgeglichener, der zuvor sehr effektive Angriff der HSG kam ein wenig ins Stottern. Tatsächlich musste die HSG in dieser Phase sogar den Ausgleich und die erste Ismaninger Führung verkraften. Mit 14:15 für die Gäste ging es in die Halbzeit. Wie so oft in dieser Saison gehörten die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte der HSG. Vor allem Fabian Zaindl spielte jetzt stark auf, erzielte drei seiner insgesamt neun Treffer in dieser Phase. Bis zur 50. Spielminute hatte die HSG den Vorsprung sogar auf vier Tore ausgebaut. Doch ähnlich wie im Hinspiel kam Ismaning nun nochmal auf. West verpasste es die schnellen Gegenstöße zu verhindern und fing sich vor allem aus dem Rückraum einige schnelle und leichte Tore durch eine mangelhafte Rückwärtsbewegung. Auch im Angriff konnte nun das Netz nicht mehr gefunden werden und so reichten den Ismaningern fünf Minuten Powerplay um auszugleichen. Und es kam noch schlimmer: Ein Siebenmeter brachte Ismaning in der 56. Minute sogar in Führung. Doch wieder Auftritt Fabian Zaindl. Die wohl wichtigsten zwei Tore in dieser Saison brachten die HSG wieder zurück! Da der TSV kurz vor Schluss noch einmal das Tor traf, trennten sich München West und Ismaning mit 27:27. Für die HSG ein sehr willkommener Punkt, wurden doch beide direkte Vergleiche gegen Schwabing und Bayern gewonnen.

Aufstellung HSG München West:

Dominik Steinseifer; Niklas Maier (beide Tor); Fabian Steinseifer (1); Maurits Timmer (1); Marc Schmidt (1); Michael Zanzinger (1); Florian Kittel (6); Lutz Albersmeier (2/1); Fabian Schulze (3); Leonard Stenger (3); Stephan Füchsl; Paul Schermer; Fabian Zaindl (9)

 

Das zweite Nachholspiel der Saison war erneut ein Heimspiel im Sportpark Nymphenburg. Durch die verkorkste Saisonhälfte wurde jede verbleibende Partie zu einem Endspiel gegen den Abstieg. Der Gegner Neuaubing konnte zwar bereits vor der Partie nicht mehr rechnerisch an München West vorbeiziehen, dennoch war der TSV nicht zu unterschätzen. Im Hinspiel hatte sich die HSG nur mit zwei Toren durchgesetzt. Und tatsächlich spielten die Neuaubinger weit besser als ihr Tabellenplatz es vermuten ließ. Die zu passive Abwehr der HSG wurde immer wieder vorbildlich attackiert und die Würfe aus 8-9 Metern fanden oftmals ihr Ziel. Torhüter Dominik Steinseifer wurde in dieser Phase oftmals allein gelassen. Der Angriff der HSG konnte dabei nicht wirklich überzeugen, die vorgenommene Kaltschnäuzigkeit konnte nicht umgesetzt werden. Einzig einigen einfach Toren von Jiri Rakusan war es zu verdanken, dass München West zur Halbzeit nur mit einem Tor in Rückstand lag. Zur zweiten Spielhälfte forderte Trainer Clemens Hanning die Lethargie in der Kabine zu lassen und das Spiel anzunehmen - dies gelang. Die HSG kam durch schnelle Ballgewinne nun zu einfachen Toren und Torwart Niklas Maier hielt den Kasten dicht. Zudem profitierten die Münchner von einer roten Karte und der folgenden Zeitstrafe für die Gäste. Innerhalb der ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit konnte die HSG die neuerlangte Führung auf fünf Treffer ausbauen. Neuaubing gab sich allerdings nicht auf und startete im letzten Spielviertel (wie jeder Gegner der HSG) einen kleinen Lauf. München West warf ab der 54. Minute keinen eigenen Treffer mehr und musste zusehen, wie der TSV Tor um Tor näher kam. Anders als in vorhergehenden Spielen nahmen die Westler bei ihren wenig erfolgreichen Angriffen allerdings viel Zeit von der Uhr und konnten somit den 27:25-Endstand ins Ziel retten. Im Fernduell mit Schwabing und Bayern sind die zwei Punkte von enormer Wichtigkeit, dennoch sollten in den letzten drei Spielen der HSG noch mindestens drei Punkte geholt werden, um sich endgültig aus der Abstiegszone freizuschwimmen.

Aufstellung HSG München West:

Wolfgang Wolter; Niklas Maier, Dominik Steinseifer (alle Tor); Fabian Steinseifer (2); Paul Schermer; Johannes Kunz (2); Michael Zanzinger(2); Florian Kittel (3); Fabian Schulze; Leonard Stenger (4/1); Stephan Füchsl; Markus Einsele (2); Fabian Zaindl (4), Jiri Rakusan (8)

04.03.2018 — Aus einem 20-Mann-Kader standen nur sieben Spieler und zwei Torhüter am Sonntag Nachmittag in der Arnulfhalle beim Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten Großhadern. Dennoch war der Plan klar: Die ersten zwei Punkte einer bisher enttäuschenden Rückrunde holen. Großhadern schien dafür der perfekte Gegener, wurde das Hinspiel doch durchaus überzeugend mit 34:18 gewonnen. Die ersten Minuten gehörten auch tatsächlich der HSG. Durch eine hervorragende Torhüterleistung von Dominik Steinseifer und spritzigen Offensivaktionen des Rückraums konnte sich die Westler eine schnelle 6:2-Führung herausspielen. Großhadern ließ allerdings nicht abreißen, spielte im zweiten Abschnitt der ersten Hälfte einen sehr soliden Handball und konnte vor allem die einfachen Fehler der HSG (wieder wurden über das gesamte Spiel vier Gegenstöße vergeben) ausnutzen. Folgerichtig ging es mit einem ausgeglichenen Pausenstand von 12:12 in die Halbzeit. Die Ansage von Trainer Clemens Hanning nun doch mal die zweite Welle zu aktivieren und trotz der wenigen Auswechselspieler ein wenig aufs Tempo zu drücken, konnte zunächst nicht umgesetzt werden. Im Gegenteil: Zu Beginn der zweiten Hälfte war es Großhadern, die durch lehrbuchhafte Gegenstöße mit zwei Toren in Front gingen. Diesen konnte die HSG jedoch kurz darauf wieder ausgleichen und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Sowohl Leo Stenger als auch sein Großhaderner Pendant blieben fehlerfrei vom Siebenmeterpunkt, aus dem gebundenen Spiel fielen bei beiden Mannschaften in diesem Spielabschnitt wenig Tore. Bis zur 58. Minute stand es 23:23 - die HSG hatte bei eigenem Ballbesitz die Chance nach langer Zeit wieder in Führung zu gehen. Es wurde also einige Zeit von der Uhr genommen, der Spielzug konnte allerdings nicht erfolgreich abgeschlossen werden und auch der Freiwurf mit Mauer bei drohendem Zeitspiel wurde an die Latte gelenkt. Und wie so oft in dieser Saison: Der Gegner machte es besser und konnte den Ball mit der Schlusssirene zum umjubelten 24:23-Sieg im Kasten der HSG unterbringen.

Aufstellung HSG München West:

Dominik Steinseifer; Georg Heindl (beide Tor) Maurits Timmer (2); Johannes Kunz (2); Marc Schmidt (2); Michael Zanzinger; Florian Kittel (3); Leonard Stenger (13/5); Stephan Füchsl (1)

08.03.2018 — Englische Woche im Sportpark Nymphenburg! Weil die zweite Mannschaft der Schwabinger zum ursprünglich geplanten Spiel nicht antreten konnte, wurde die Partie auf Donnerstag, 20.15 Uhr Primetime verlegt. Nach der enttäuschenden Niederlage gegen den Tabellenletzten Großhadern gewann das Spiel für die erste Mannschaft der HSG zusätzlich an Bedeutung: Es ging gegen einen Tabellennachbarn und der Abstand zu den Abstiegsrängen sollte tunlichst vergrößert werden. Das Spiel startete ausgeglichen, keine der beiden Mannschaften konnte mehr als ein Tor absetzen. Schwabing überzeugte vor allem im Positionsspiel, während die HSG aufs Tempo drückte und sowohl erste als auch zweite Welle erfolgreich abschloss. Erst kurz vor der Hälfte konnten sich die Hausherren ein wenig Momentum erarbeiten, ein letzter Gegenstoß bescherte München West die etwas schmeichelhafte 14:11-Halbzeitführung. Der Start in die zweite Spielhälfte verlief dann nach Maß. Zwölf Minuten lang traf Schwabing das Tor nicht mehr. Neben einer verbesserten Abwehrleistung war dies vor allem auf Wolfgang Wolter im West-Kasten zurückzuführen: Der Schlussmann der HSG entschärfte sechs der zehn Schwabinger Siebenmeter. In dieser Phase gelang es der HSG bis zur 45. Minute entscheidend auf zehn Tore wegzuziehen. Viele Kreuzbewegungen im Rückraum schafften immer wieder Platz für die Rückraumschützen um Maurits Timmer und Jiri Rakusan. Schwabing schaffte es zwar in der Schlussphase noch einmal zu verkürzen, der 25:20 (14:11)-Heimsieg der HSG war allerdings nie in Gefahr. Unterm Strich ein extrem wichtiger Erfolg für die Schützlinge von Clemens Hanning - mit zwei weiteren Punkten am Wochenende gegen Bayern können die Abstiegsränge endgültig außer Sicht geraten.

Aufstellung HSG München West:

Wolfgang Wolter; Georg Heindl (beide Tor); Maurits Timmer (3); Florian Kittel (3); Lutz Albersmeier (3); Fabian Schulze; Leonard Stenger (3/1); Stephan Füchsl; Fabian Zaindl (2); Jiri Rakusan (6), Christian Einsele (5)

04.02.2018 — Die Zeichen vor dem Spiel gegen den TSV Garching standen gut: Ein voller Kader, gutes Training unter der Woche und die nötige Motivation durch das verlorene Heimspiel aus der Hinrunde. Folgerichtig kam die HSG, nach einem verkürzten Aufwärmen auf der Indoor-Tartanbahn der Garchinger Halle, gut ins Spiel. Die Abwehr stand exzellent, die starken Rückraumschützen des TSV wurden frühzeitig angegangen und konnten damit in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt werden. Nach einem Ballgewinn ging es zudem schnell nach vorne, in der ersten oder zweiten Welle fielen in den ersten 15. Minuten die meisten West-Tore. Dieser starke Beginn resultierte in einer 9:5-Führung der HSG. Das Polster konnte allerdings nicht bis in die Halbzeit gerettet werden. Die Garchinger wechselten durch und bekamen immer mehr Zugriff aufs Spiel. Vor allem in 1-gegen-1-Sitautionen konnte die Heimmannschaft ihre Stärken ausspielen und kam so immer näher heran. Lediglich einem Buzzerbeater von Jiri Rakusan war es zu verdanken, dass mit einem 14:13-Vorsprung für die HSG die Seiten gewechselt wurden. Garching machte aber weiter und kam besser in die zweite Hälfte Beim 20:17 war das Spiel gedreht und drohte gänzlich in die Richtung des TSV zu kippen. West zeigte aber Zähne und konnte mit vier unbeantworteten Toren wieder selber in Führung gehen. In den letzten Minuten entwickelte sich ein hitziger Schlagabtausch, in dem Garching cleverer agierte und eine Zwei-Tore-Führung kurz vor Schluss nicht mehr aus der Hand gab. Die HSG fuhr also nach einer couragierten Leistung wieder ohne Punkte nach Hause. Aus der 29:27-Niederlage gegen den Tabellennachbarn kann dennoch Positives gezogen werden: So funktionierte etwa endlich das Spiel mit dem Kreis und auch auf den ersten 15 Abwehrminuten kann aufgebaut werden.

 

Aufstellung HSG München West:

Georg Heindl; Dominik Steinseifer (beide Tor); Maurits Timmer (2); Johannes Kunz (4/2); Marc Schmidt (3); Florian Kittel (1); Lutz Albersmeier (4); Fabian Schulze (1); Leonard Stenger (7/4); Stephan Füchsl; Jiri Rakusan (4); Christian Einsele (1)